Paritätische Kitas und Familienzentren - Kolleg*innen erzählen

Ob gruppenbezogene Arbeit von der Krippe bis zum Hort, offenes Konzept, integrative Gruppen, inklusive Kita oder Familienzentrum – jede Menge Freiraum zum Gestalten ist bei der GGPS Hannover garantiert! Hier kannst du deine Stärken und Talente einbringen und dich durch individuelle Fortbildungen weiterentwickeln. Unsere Kolleg*innen schwärmen vom guten Arbeitsklima, von der Kommunikation auf Augenhöhe und von der Vielfalt und Offenheit des Paritätischen Wohlfahrtsverbands.

Unsere acht Kindertagesstätten und drei Familienzentren findest du in Hannover und Wennigsen. Mehr Infos

Wir freuen uns auf dich (m/w/d) als Erzieher, Heilpädagoge, Heilerziehungspfleger, Sozialpädagoge, Kindheitspädagoge, Elementarpädagoge, Sozialassistent oder andere pädagogische Fach- oder Assistenzkraft nach NKitaG.

"Die Fachberaterin nimmt sich Zeit"

Patrizia, Erzieherin

"Natur und Umwelt können wir den Kindern hier sehr gut vermitteln, nicht nur in Büchern...

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...sondern tatsächlich auch draußen“, erzählt Patrizia, die als Erzieherin in der Kita Sternheimweg arbeitet. „Da bin ich voll der Fan von“, sagt sie begeistert, und schwärmt vom Natur- und Umweltmonat und von Ausflügen mit Wald-Rucksäcken. „Mein persönlicher Schwerpunkt ist Musik. Ich habe über meinen Arbeitgeber eine Zusatzausbildung gemacht zur Fachkraft für musikalische Früherziehung.“ „Unser Team ist dufte“, meint Patrizia, und an der GGPS findet sie „toll, dass dort immer ein Ohr für einen ist. Man kann in die Personalabteilung fahren, man kann mit der Fachberatung sprechen, die Fachberatung kommt in die Kita, nimmt sich Zeit. Ich fühl mich in der GGPS sehr gut aufgehoben.“

Du hast Lust, mit Kindern die Natur zu entdecken? Neben der Kita Sternheimweg könntest du dich auch in unserer Kita Am Ahlemer Holz wohlfühlen mit dem Wald direkt nebenan oder in der kleinen, ländlich gelegenen Kita Bullerbü in Degersen/ Wennigsen. Und unsere Kita Katrin-Sello-Weg nutzt sogar täglich einen Schrebergarten.

"Dass das Fortbildungsangebot sehr groß ist und dass der Paritätische auch politisch sehr engagiert ist, hat mich angesprochen"

Michell, Heilerziehungspfleger

"Die Interaktion mit den Kindern, das vielfältige Wissen von Kindern, dass man von Kindern lernt und mit Kindern lernt...

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...und dass man ihnen ein großes Stück für die Zukunft mitgeben kann und sieht, wie sie wachsen, das ist das Schönste an der Arbeit“, erzählt Michell. Als Heilerziehungspfleger in der Kita Sternheimweg arbeitet er besonders gerne handwerklich mit den Kindern und hat sich von den Kolleg*innen auch fürs textile Gestalten begeistern lassen. Mit seiner kleinen Behinderung gehen die Kinder und das Team entspannt und offen um: „Die Kinder lernen früh damit umzugehen und fragen ganz viel, das ist eine große Bereicherung.“ An der GGPS als Arbeitgeber schätzt Michell sehr, dass er sich hier mit seinen Werten wiederfindet, das Fortbildungsangebot sehr groß ist und dass der Paritätische Wohlfahrtsverband auch politisch sehr engagiert ist. Inzwischen hat Michell die Leitung des Familienzentrums Hägewiesen im Sahlkamp übernommen und fühlt sich auch dort pudelwohl.

"Die Gestaltungsfreiheit ist wirklich einmalig"

Catharina, Einrichtungsleitung

„Die Offenheit und Gestaltungsfreiheit ist wirklich einmalig“, schwärmt Catharina, die die Kita Entenfangweg leitet. „Am Paritätischen gefällt mir ganz besonders, dass ich frei arbeiten kann, ohne auf politische oder konfessionelle Vorgaben Rücksicht zu nehmen.“...

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...Und nicht nur das: „Wir als Team entscheiden, wie wir uns konzeptionell weiterentwickeln möchten“, erzählt sie. „Als Team, als Leitung und auch im großen Leitungskreis haben wir sehr viel Gestaltungsspielraum. Wir besprechen auch in den Leitungsrunden oft Themen, die uns im Alltag berühren und tauschen uns aus. Manchmal legen wir fest, wie wir damit umgehen wollen, aber manchmal bleibt es auch dort bei der Individualität, dass eine einzelne Einrichtung etwas Anderes braucht. Das finde ich wirklich super und das habe ich auch noch bei keinem anderen Träger so erlebt.“ Auch von der Unterstützung durch die Fachberaterin ist Catharina begeistert, egal ob es um Fragen in Bezug auf Eltern oder Kinder geht, „wo wir dann wirklich auch manchmal ans Limit kommen. Sie kommt in die Einrichtung zum Hospitieren, beobachtet Situationen und wertet sie mit uns aus, sodass wir da einen wertschätzenden Umgang haben und gute Hilfestellung bekommen.“ Außerdem bietet die GGPS „unheimlich viele Möglichkeiten sich weiterzubilden und sich fortzubilden.“

„Ich finde die GGPS sehr, sehr arbeitnehmerfreundlich"

Ann-Cathrin, Erzieherin in der Krippe

„Ich bin als Erzieherin in der Krippe tätig, also arbeite mit den ganz Kleinen"...

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...erzählt Ann-Cathrin aus der Paritätischen Kita Sternheimweg in Hannover. „Es ist eine sehr schöne Arbeit. Wir greifen die Impulse der Kinder auf, schauen, was gerade ihre Bedürfnisse sind und machen verschiedene Angebote, zum Beispiel passend zum Bewegungsdrang. Wir machen viele Ausflüge und ich bin auch sehr gerne im kreativen Bereich tätig mit den Kindern.“ Warum Ann-Cathrin ihren Arbeitgeber weiterempfehlen würde? „Weil die GGPS ein sehr mitarbeiterfreundliches Unternehmen ist. Es wird geguckt, dass jeder den Platz findet, mit dem er sehr zufrieden ist. Und ich finde, auch ansonsten hat die GGPS viele Vorteile. Es gibt auch Vergünstigungen, zum Beispiel die JobCard. Ich finde, dass die GGPS einfach sehr, sehr arbeitnehmerfreundlich ist!“, ist sie begeistert.

"Wir sind offen für neue Menschen und extrem bunt"

Leonie, Heilerziehungspflegerin

„Grundsätzlich fühle ich mich bei der GGPS sehr wohl, weil sie sehr transparent ist und die Kommunikation…

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...offen ist“, erzählt Leonie über ihren Arbeitgeber. Sie arbeitet als Heilerziehungspflegerin in der Paritätischen Kita Sternheimweg in Hannover. „Am meisten Spaß macht mir, dass kein Tag wie der andere ist. Man hat super viele Möglichkeiten, kreativ in den Alltag zu starten und die Kinder in ihren Interessen und Fähigkeiten zu stärken“, schwärmt Leonie. Warum Fachkräfte sich gerade bei den Paritätischen Kitas bewerben sollten? „Weil wir offen sind für neue Menschen und extrem bunt, sowohl auf die Kinder bezogen als auch aufs Team. Die Akzeptanz und Toleranz und die Offenheit werden hier ganz großgeschrieben und das finde ich auch sehr wichtig.“

Noch mehr Vielfalt entdecken

Offene Arbeit

Einblicke in die Kita Am Ahlemer Holz

Celina, Erzieherin

Offene Arbeit? „Das ist einfach super schön. Ich schwärme mega davon“...

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...erzählt Celina, die als Erzieherin in der Paritätischen Kita Am Ahlemer Holz arbeitet. Das Besondere: Hier sind schon die Zweieinhalbjährigen am offenen Konzept beteiligt, altersgemischt zusammen mit den älteren Kindern bis zur Schuleinführung. In der offenen Arbeit gibt es keine festen Gruppen, sondern Funktionsräume: „Wir haben große, helle Räume: einen Bauraum, einen Rollenspielraum, einen Spieleraum mit Gesellschaftsspielen und Puzzles, ein Atelier, eine Lernwerkstatt für Projekte mit den Vorschulkindern, einen Wahrnehmungsraum mit einem Schlafraum nebenan, eine große Turnhalle und ein sehr schönes Außengelände direkt am Wald“, erzählt Celina. „Die Kinder teilen sich selbst auf die Räume und Angebote auf, das klappt erstaunlich gut. Das Konzept ist sehr an den Interessen, Bedürfnissen, Ressourcen, dem Spaß und der Lust der Kinder orientiert.“ Auch die rollenden Mahlzeiten sind ein wichtiger Bestandteil der offenen Arbeit, findet sie: „Dass es einen bestimmten Zeitraum gibt und die Kinder essen können, wann sie wollen und mit wem sie wollen – die Übersicht behalten wir mit einem Magnetsystem.“ Der Morgenkreis ist fast immer freiwillig und gut besucht und wird von den Kindern demokratisch mitgestaltet, erzählt Celina: „Wir sammeln Ideen, was die Kinder im Morgenkreis machen wollen, und sie stimmen dann ab, welche Lieder wir zum Beispiel singen, welche Bewegungsspiele wir machen oder ob die Kinder einfach erzählen möchten, was sie am Wochenende gemacht haben. Beim Morgenkreis kommen auch Wünsche für Angebote in den Funktionsräumen auf, die wir aufgreifen und umsetzen.“

Celinas Lieblingsraum? „Ich mag eigentlich alles gern und will mich nicht entscheiden. Ich bin sehr gerne im Atelier, das kreative Arbeiten macht sehr viel Spaß. Wir haben im Atelier mehrere Stationen: einen Basteltisch mit einem jahreszeitlichen Angebot oder Materialien zum freien Basteln, einen Maltisch zum Zeichnen, einen Tisch für die Arbeit mit Knete, Schaum o.ä., eine große Staffelei und Farben, und oft noch ein Zusatzangebot. Und manchmal kommt ein Kind rein und sagt, ‚Ich möchte jetzt ein Schloss bauen!‘ – dann gehen wir auf Materialsuche, plötzlich wollen andere Kinder auch Schlösser bauen und schon ist etwas entstanden, was gar nicht geplant war. Die Kinder bringen die Ideen mit.“ Und was gibt es in den anderen Räumen zu erleben? „Im Bauraum haben wir drei, vier wechselnde Hauptelemente, zum Beispiel die Brio-Bahn, Duplo, Tiere, Naturmaterialien, Steckspiele, einen Bauernhof oder wir holen das kleine Lego für die Großen raus. Wir hatten auch schon Tage, wo wir nur Naturmaterialien oder nur Pappbecher hingestellt haben und mit den Kindern kreativ überlegt haben, was man damit bauen könnte. Im Rollenspielraum kommt es darauf an, wofür sich die Kinder in dem Jahr interessieren – statt mit Puppen zu spielen, wollten die Kinder eine Zeit lang ständig Schule spielen oder waren später total pferdebegeistert. Dann haben wir Material von Eltern gespendet bekommen und ein paar Dinge angeschafft und konnten den Raum passend einrichten. Im Wahrnehmungsraum können die Kinder Erfahrungen mit Reis, Rasierschaum oder Klangschalen machen oder beim wöchentlichen Yoga dabei sein. Für die Kleinen, für die so viele Reize, Wahlfreiheit und Entscheidungen anfänglich sehr viel sind, ist es auch total schön, mitten am Tag im Wahrnehmungsraum zur Ruhe zu kommen. Wir können den Raum abdunkeln, haben eine Lichtsäule und ein Aquarium. Die Kinder können es sich auf der Couch mit einem Buch gemütlich machen, sich eine Höhle bauen oder mitten am Vormittag auch nochmal eine Stunde schlafen.“

„Hier im Haus leben das Konzept alle, die Kolleg*innen und die Kinder“, schwärmt Celina. „Als Team treffen wir uns morgens und teilen uns in die Funktionsräume ein: Jeder kann sich an einer großen Tafel aussuchen, worauf er oder sie Lust hat und welche*r Kolleg*in ein Angebot unterstützen möchte, auch das teilt sich wunderbar auf. Nicht nur die Kinder, auch wir Erwachsenen können uns an unseren Wünschen und Ressourcen orientieren und ergänzen uns im Team. Die Lust, die freie Wählbarkeit, die gegenseitige Unterstützung und die Vielfalt wirken sich auch auf die Kinder aus, die dadurch auch mega motiviert sind, Lust haben mitzumachen und jeden Tag neuen Input bekommen. Das ist echt super schön, ich kann es nur empfehlen!“, erzählt Celina begeistert. „Natürlich sprechen wir uns viel im Team ab, damit die pädagogischen Strukturen für die Kinder stabil bleiben. Unsere Leitung lebt uns die große Partizipation, die wir den Kindern bieten, vor. Wir haben tolle Dienstbesprechungen und können immer Themen mit reinbringen. Unsere Leitung gibt uns mit einer gewissen Lenkung an den richtigen Stellen die Struktur und Ernsthaftigkeit, trotzdem haben wir alle Freiheiten zum Beispiel für Projektarbeit. Und wir haben Zeit uns auszutauschen über das, was gelingt, woran wir arbeiten müssen und was wir ausprobieren wollen. Durch neue Kinder und neue Kolleg*innen sind wir im stetigen Wandel. Das ist auch eine Herausforderung, wenn viele Neue kommen, die Regeln zu verinnerlichen und eine gemeinsame Haltung zu finden, dafür nutzen wir die Dienstbesprechungen intensiv. Ich finde auch die Elternarbeit im offenen Konzept nicht so einfach, weil ich die Eltern meiner Bezugskinder nicht jeden Tag treffe, sodass ein stetiger Austausch schwieriger ist, da staut sich manchmal was an. Und wenn ich Entwicklungsgespräche vorbereite, muss ich in den verschiedenen Räumen ganz viel beobachten“, gibt Celina einen Einblick. „Den Kindern öffnet das offene Konzept Türen – sie entdecken Kompetenzen, lernen nach ihren Bedürfnissen und können sich dem widmen, was gerade interessant und schön für sie ist, und wir Großen greifen das auf und können uns auch ausleben.“

Für die offene Arbeit hast du genauso viel Leidenschaft wie Celina oder willst es einfach mal ausprobieren? Willkommen im Team! Neben der Kita Am Ahlemer Holz arbeiten auch unsere drei Familienzentren Auf der Papenburg, Papenkamp und Hägewiesen und die Kita Wietzegraben nach dem offenen Konzept, und die Kita Nikolaas-Tinbergen-Weg ist in der Entwicklung hin zur offenen Arbeit.

Alltagsintegrierte Sprachförderung

Einblicke in die Kita Entenfangweg

Melanie, Erzieherin

„Alltagsintegrierte Sprachförderung hat mich interessiert und fasziniert, weil ich ein Mensch bin, der viel und oft zu schnell spricht, bis heute, das gehört zu meiner Person dazu. Trotzdem bin ich sehr kommunikativ und sprachbegeistert...

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...So können auch die Kinder wahrnehmen: Niemand ist perfekt und das ist auch gut so. Wichtig ist mir, die Kinder fürs Sprechen zu begeistern“, erzählt Melanie. Und die Begeisterung für alltagsintegrierte Sprachförderung ist ihr anzumerken: Seit 29 Jahren arbeitet Melanie als Erzieherin und ist in der Paritätischen Kita Entenfangweg dafür verantwortlich, die alltagsintegrierte Sprachförderung bei den Kolleg*innen zu festigen. Das gesamte Team hat eine umfangreiche Fortbildung dazu gemacht, nun unterstützt Melanie die Kolleg*innen als Mentorin. Sie hat Zeit, um sich über Beobachtungen auszutauschen und gibt Tipps zu geeigneten Methoden und Materialien für das jeweilige Kind.

„Wir nehmen kein einzelnes Kind für eine Übungssituation raus, sondern integrieren Sprachförderung in den Alltag: Dabei verändern wir unsere Vorbildfunktion und benutzen die Sprache in alltäglichen Situationen ganz bewusst, um zum Beispiel den Wortschatz zu erweitern. Das bedeutet, dass wir nicht nur stumm den Tisch eindecken, sondern handlungsbegleitend sagen, ‚Ich hole mir jetzt einen weißen Teller und stelle ihn auf den Tisch‘. Wenn ein Kind zweisprachig aufwächst und die deutsche Sprache gerade erst kennenlernt, begleiten wir im Alltag jedes Geschehen sprachlich und mit Gesten. Man kann mit Bildkarten arbeiten, wenn ein Kind nach einem Wort sucht und es nicht umschreiben kann. Was mir auch ganz wichtig ist, ist zu erfahren, welches Bedürfnis und welches Interesse das Kind hat, wo ich es abholen kann, um es zu fördern. Wenn zum Beispiel Präpositionen ein Problem sind, stellen wir sprachlich begleitet gemeinsam etwas auf den Tisch oder wir verstecken etwas unter, neben oder über dem Tisch, wenn Versteckspiele toll sind. Je mehr Begeisterung dabei ist, desto mehr lässt sich ein Kind auch auf so eine Situation ein und übt es, und das nebenbei, ohne dass eine Übungssituation entsteht. Bei den ABC-Kindern koppeln wir zum Beispiel Experimente mit Sprachentwicklung, die sind für Kinder immer spannend und dann nutzen wir Wortschatz, Adjektive und Grammatik und machen sie fit für die Schule.“

„Die Eltern mit ins Boot zu holen und zu stärken, ist ganz wichtig“, erzählt Melanie. „Ein Beispiel: Für die Sprachentwicklung ist es besser, zu Hause anstatt falschem Deutsch lieber die Muttersprache gut zu sprechen. In den Elterngesprächen reden wir auch darüber, wie die Sprachentwicklung in den letzten Wochen verlaufen ist. Zusätzlich zur Beobachtungsdokumentation Sismik und Seldak nutzen wir schon für die Krippenkinder die Beobachtungsspirale, diese Methode ist für die Eltern sehr anschaulich. Viele Eltern sind damit einverstanden, dass wir Situationen der alltagsintegrierten Sprachförderung auch per Video dokumentieren. So können sie sich etwas für den Alltag zu Hause abschauen – und das fängt schon beim dialogischen Vorlesen an.“

Von der Bewegung, über Handpuppen bis zum Bilderbuchkino: „Kreativ in den Angeboten zu bleiben, auch wenn wegen Corona so viel Anderes anliegt, ist eine Herausforderung fürs Team“, findet Melanie. „Je nach Jahrgang fördern wir mal acht, mal vierundzwanzig Kinder gezielt in der Sprachentwicklung – und die übrigen Kinder profitieren ebenfalls davon. Sprachentwicklung ist so wichtig, weil sie den Rucksack fürs Leben packt. Und Kinder lernen in einem halben Jahr unheimlich viel. Deshalb empfehlen wir den Eltern, bei größeren Sprachauffälligkeiten wie einem Stottern zeitnah einen Arzt oder Logopäden draufschauen zu lassen, denn wir arbeiten ja nicht therapeutisch.“

Alltagsintegrierte Sprachförderung findest du richtig spannend? Wunderbar, denn das spielt in all unseren Kitas und Familienzentren und auch im Kinderzentrum eine große Rolle!

Auf dem Weg zur Inklusion

Einblicke in die Kita Wietzegraben

Mira, Heilpädagogin

Kita-Kinder kommen aus ganz unterschiedlichen Familien und Lebenssituationen. Teilhabe für alle Kinder zu ermöglichen, wie kann das im Kita-Alltag gelingen?...

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...Mira erzählt es dir!

Unsere Paritätischen Kitas Wietzegraben im Sahlkamp und Nikolaas-Tinbergen-Weg in Großbuchholz haben sich auf den Weg zu einer inklusionsförderlichen Kita gemacht. Unterstützt werden sie von der Stadt Hannover, die gemeinsam mit der Hochschule Hannover das Programm "Hannoversche Kindertagesstätten auf dem Weg zur Inklusion" entwickelt hat. Als heilpädagogische Fachkraft begleitet Mira das Team in der Kita Wietzegraben in diesem Veränderungsprozess.

Wie können wir Benachteiligungen abbauen und den Zugang zu Bildung erleichtern, egal, welche Begabungen oder welches Geschlecht ein Kind hat, ob seine Familie eine Migrationsgeschichte mitbringt und welche Sprache zu Hause gesprochen wird oder wie knapp das Geld daheim ist? Und wie können wir die Chancen nutzen, die die Vielfalt der Familien und nicht zuletzt auch der Kolleg*innen mit sich bringt?

Auf diese Fragen wird jede Einrichtung andere Antworten finden. Denn Inklusion ist ein Thema mit vielschichten Facetten. Nachhaltig wird die Weiterentwicklung erst, wenn sie zur jeweiligen Kita passt. „Das fand ich so spannend, dass ich keine Vorgaben für die Mitarbeitenden mache, sondern unterstützend tätig bin, koordiniere und moderiere“, erzählt Mira. „Ich darf sehr selbstständig arbeiten und zugleich die Leitung und die Kolleg*innen beraten, die auch Themen an mich rantragen. Außerdem bin ich eng mit unserer Leitung im Austausch, um mich abzustimmen, welche Themen sich aus dem Alltag ergeben.“

Alle am Programm beteiligten Kitas nehmen für die Analyse und Reflexion den „Index für Inklusion“ zur Hilfe. „Wir haben uns daraufhin zum Beispiel die Raumstruktur in der offenen Arbeit angeschaut: Sind die Räume für jedes Kind zugänglich, für alle Altersstufen, die Geschlechter? Ist die Einrichtung reizüberflutend oder klar und brauchen wir Piktogramme, wo etwas zu finden ist? Das war ein großes Thema. Auch Partizipation ist uns wichtig. Wir haben angelehnt an den Index Mitarbeitende, Eltern und nun auch Kinder befragt, das werten wir gerade aus, und wir beschäftigen uns gemeinsam mit den Kindern auch mit Kinderrechten. Gerade liegt ein Fokus auf Streitschlichtern im Hort, da werden wir eine Ausbildung für interessierte Kinder anbieten. Auch unser ressourcenorientiertes Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren wird im Rahmen des Programmprozesses erweitert und überprüft.“

Ganz zentral sind auch die Beratung der Eltern und die Vernetzung im Stadtteil, um Barrieren abzubauen und Übergänge zu erleichtern, auch durch Kooperationen mit Grundschulen und einer Partner-Kita. „Hier im Sahlkamp sind viele von Armut betroffen, auch Kindeswohlgefährdung ist ein Thema oder Familien suchen Freizeitangebote. Wir geben Tipps zu Anlaufstellen, denn es gibt viele Unterstützungsmöglichkeiten, aber mitunter sind sie gar nicht bekannt. Der Sahlkamp ist ein sozialer Brennpunkt, ich habe mich aber auch genau deshalb für diese Einrichtung entschieden. Ich finde das sehr spannend, mit dem Klientel zu arbeiten, weil man hier sehr viel erreichen und die Eltern unterstützen kann. Bei Elterngesprächen hab ich das Gefühl, dass ich viel zurückgeben kann, das find ich total schön. Man merkt, dass die Kinder sehr viel brauchen, und das kann man ihnen hier in der Kita auch geben“, schwärmt Mira. „Und es ist ein Stadtteil, wo viele Sprachen gesprochen werden. Die kulturelle Vielfalt in unserer Kita finde ich wichtig als Aspekt des Inklusionsprogramms.“

„Ich merke, dass ich hier im Haus sehr gut angekommen bin, dass meine Rolle klar ist und die Kolleg*innen mich um Rat fragen und mir auch Rückmeldungen geben. Das Thema Inklusion ist in den Dienstbesprechungen präsent und außerdem tausche ich mich trägerübergreifend mit den anderen Programmkitas aus. Alle sind sehr motiviert, auch wenn es eine Herausforderung ist, im Kita-Alltag mit begrenztem Personal, gerade in Corona-Zeiten, als Team Strukturen inklusionsförderlich weiterzuentwickeln“, meint Mira.

Und Elke, die die Kita Wietzegraben leitet, ergänzt: „Davon, dass wir im Rahmen des Programms inklusive pädagogische Handlungsansätze implementieren und erproben, erhoffen wir uns letztlich, für alle Kinder einen Zugang zu einem individuellen und erfolgreichen Bildungsweg zu schaffen – so wie es auch die UN-Behindertenrechtskonvention mit dem Recht auf gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen vorschreibt. Auch für die Kinder, die keinen anerkannten Förderbedarf nach SGB VIII haben, möchten wir die Rahmenbedingungen verbessern. Und wir wollen dazu beitragen, dass Hilfen zur Erziehung gar nicht nötig werden.“ Weitere Infos zum Programm findest du unter https://www.hannover.de/Leben-in-der-Region-Hannover/Soziales/Kinder-Jugendliche/Kinderbetreuung/Kindertagesst%C3%A4tten-in-der-Stadt-Hannover/Auf-dem-Weg-zur-Inklusion.

Integration und Inklusion

Einblicke in die Kita Am Ahlemer Holz

Elisabeth, Erzieherin und Heilpädagogin

„Dass alle Kinder, auch die I-Kinder, überall mit dabei sein können und wir immer versuchen, alle mit einzubeziehen, das ist das, was Inklusion ausmacht hier bei uns“...

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...erzählt Elisabeth aus der Paritätischen Kita Am Ahlemer Holz. Als Heilpädagogin kümmert sie sich als Bezugserzieherin besonders um die I-Kinder. Zwei bis vier Kinder mit Integrationsstatus besuchen die Einrichtung. „Diese Kinder haben ganz unterschiedliche Beeinträchtigungen: Lernbeeinträchtigungen, körperliche, sprachliche, sozial-emotionale oder kognitive Beeinträchtigungen oder auch Organschäden. Wenn wir ein I-Kind neu aufnehmen, wird das ganze Team in die Entscheidung einbezogen, weil alle gemeinsam mit dem Kind arbeiten und es fördern. Wir schauen, ob sich das Kind im offenen System zurechtfinden würde und ob wir es hier gut fördern können. Es ist auch wichtig, dass das Team nicht überfordert wird. Anfangs bin ich als Heilpädagogin ganz nah dran an den neuen I-Kindern, bis sie sich gut in der Einrichtung zurechtfinden und Kontakte zu den Pädagog*innen und Kindern geknüpft haben. Grundsätzlich kann so eine enge Begleitung immer wieder nötig sein. Ansonsten ziehe ich mich etwas zurück und biete dem Kind ausgehend von seinen Interessen in den verschiedenen Funktionsräumen Angebote an. Dabei haben wir im ganzen Team die Ressourcen des Kindes im Blick, aber machen die Angebote ausdrücklich für alle Kinder und lassen dem I-Kind die freie Wahl teilzunehmen. Ich hatte I-Kinder, die haben total gerne im Bauraum Kugelbahnen konstruiert oder mit der Holzeisenbahn gespielt. Über das Konstruieren kamen sie mehr und mehr mit den anderen Kindern in Kontakt. Im Atelier bieten sich viele Möglichkeiten zur Förderung der Feinmotorik, von einfach bis schwierig, etwa mit Knete, Schneiden, Malen oder Prickeln. Im Wahrnehmungsraum können wir nicht nur Bücher anschauen, sondern auch Massagen anbieten, zum Beispiel für körperlich beeinträchtigte Kinder. Das finden alle anderen Kinder auch toll. Im Spieleraum gibt es viele Beschäftigungsmöglichkeiten, z.B. mit Zahlen, Farben und Regeln, und auch im Rollenspielraum kommen schnell andere Kinder dazu. Das offene System hat da ganz viele Vorteile“, findet Elisabeth.

„Die I-Kinder werden von den anderen Kindern ganz schnell akzeptiert“, erzählt Elisabeth. „Viele Kinder in der Kita haben irgendwelche Besonderheiten, zu denen mal Fragen aufkommen und die wir zu erklären versuchen. Dadurch sind die Kinder es gewohnt und es ist für sie nichts Besonderes. Die anderen Kinder bekommen i.d.R. gar nicht mit, wer ein I-Kind ist. Nur wenn ein Kind körperlich eingeschränkt ist, nehmen sie das beim Kennenlernen sehr deutlich wahr. Wir haben im Moment einen Jungen, der nicht richtig laufen kann und eine Spastik hat. Er bewegt sich mit einem Rollator superschnell durchs Haus, sucht die Hand eines Erwachsenen als „Gehhilfe“ oder geht auf den Knien. Der Rollator war anfangs hochspannend für die anderen Kinder, alle durften ihn im Garten ausprobieren wie ein neues Fahrzeug. Jetzt ist es normal und wenn sie merken, dass er Hilfe braucht, sind sie sorgsam und liebevoll mit ihm. Auch beim Spielen entsteht ein tolles Miteinander. Bei unserer langen Treppe, die ins Obergeschoss zum Kindergartenbereich führt, haben wir uns vorher Gedanken gemacht, wer ihn jedes Mal begleitet. Aber der Junge will alles allein machen wie die anderen Kinder auch und besteht auf seine Selbstständigkeit und bemüht sich unglaublich. Bei den Sing- und Kreisspielen ist er unheimlich gerne dabei und tanzt auf den Knien, so kann er auf seine Weise mitmachen. Auch auf dem Trampolin und an der Sprossenwand ist er total gerne und will sich körperlich ausprobieren“, erzählt Elisabeth begeistert.

„Eine enge Begleitung ist besonders bei Kindern mit sozial-emotionalen Auffälligkeiten wichtig, die vielleicht auch impulsiver sind, und bei Kindern mit Sprachschwierigkeiten, um ihnen Wege zu zeigen, wie sie auch nonverbal gut Kontakt aufnehmen können. Wir erklären allen Kindern mit Fotos Gebärden für wichtige Begriffe, die ihnen helfen sich zu verständigen – als Brücke, damit sie sich irgendwann auch verbal äußern können. Ich finde es immer erstaunlich, wie schnell die anderen Kinder das mit einsetzen.“

„Als Team haben wir einen regen Austausch in den Dienstbesprechungen. Wir besprechen zum Beispiel, mit welchen Situationen wir einheitlich umgehen wollen. Wir haben ein Kind mit einer sehr geringen Frustrationstoleranz, schon das Schuheausziehen kann ihn zur Verzweiflung bringen. Ihn dann zu bestärken und das Weinen nicht in den Mittelpunkt zu stellen, ist gerade im offenen System eine wichtige Vereinbarung, bei der alle im Team miteinbezogen werden. Außerdem habe ich als Heilpädagogin nicht nur die I-Kinder im Blick, sondern schaue bei allen Kindern, ob es wichtig wäre, den Eltern eine ärztliche Untersuchung, eine bestimmte Therapie oder andere Hilfsmöglichkeiten zu empfehlen. Hat ein Kind zum Beispiel Sprachauffälligkeiten oder ist die Körperhaltung auffällig, sind Logopädie oder Krankengymnastik hilfreich. Auch aus dem Team kommt immer mal wieder die Bitte, sich ein Kind anzuschauen, wenn es sich nicht altersentsprechend entwickelt. Wenn ein I-Kind in die Schule kommt, suche ich gemeinsam mit den Eltern die passende Schule aus, helfe bei den Anträgen, schreibe eventuell nochmal extra Berichte, zusätzlich zu den jährlichen Förder- und Entwicklungsberichten, und kümmere mich bei Bedarf um eine Schulbegleitung. Auch nach der Einschulung versuche ich weiter Kontakt zu halten und nachzufragen, ob das Kind dort gut zurechtkommt. Die Kinder wachsen uns alle ans Herz und wir möchten natürlich, dass es ihnen gut geht und dass sie ihren Weg finden“, gibt Elisabeth einen Einblick.

Was ist eigentlich ein Familienzentrum?

Einblicke in das Familienzentrum Auf der Papenburg

Songül, Stadtteilmutter

Songül nimmt dich mit auf einen Rundgang durch eines unserer Familienzentren.

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